Deterministisches
Chaos als die
Persönlichkeit
begreifen? |
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IDENTITÄT UND CHAOS: Recht widersprüchlich ist, was man sich im Allgemeinen unter Identität vorstellt. Einerseits ist das Wort aussagekräftig, weil es Etwas benennt, das sich nicht ändert (also einer bestimmten Transformation gegenüber invariant ist).
Andererseits bestätigt die Praxis teilweise das Gegenteil: Wenn sich jemand von äußeren Einflüssen gar nicht beeinflussen lässt, sondern sein völlig identisches Programm ablaufen lässt, sind wir meist sehr unangenehm berührt. Ein Roboter? Ein Zombie?
Was wir Identität nennen, wollen wir demnach gar nicht identisch haben. Mit ein wenig Chaos bei-gemischt ist es uns viel lieber. Dann wissen wir nicht exakt, was uns erwartet (und sind an nichts Schuld).

CHARAKTER UND DESIGN:
Am liebsten scheint uns also ein deterministisches Chaos zu sein, das nicht vorhersagbar ist, aber doch seine algorithmische Ordnung hat. Und das möchten wir auch gerne im Design wahrnehmen!
Völlige Willkür lehnen wir instinktiv ab (was rein rational schon viel schwerer ist). Doch totale Vorhersehbarkeit von programmiertem Design erscheint uns unerträglich, da es uns in sensorischer Deprivation (und dem Eindruck von persönlicher Unwichtigkeit) versinken lässt.
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Das eigene
Erscheinungsbild
als angewandte
Transzendental-
Philosophie ...
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SUBJEKT UND OBJEKT: Seit Kant ist die Philosophie um eine Disziplin reicher; eben die Transzendental-Philosophie. Das klingt komplizierter als es ist: Dem erkennenden Subjekt sind die Dinge der Realität nicht unmittelbar zugänglich. Sie sind sozusagen immer medial vermittelt. Wie können wir aber wissen, ob uns die Medien nicht belügen? Und die eigenen Sinnesorgane sind nichts weiter als die abonnierten Medien des Subjekts. Wir können demnach nicht sagen, wie die Dinge sind, sondern immer nur, wie sie uns erscheinen. So weit, so gut. Schwieriger wird es nun, wenn wir über uns selber nachdenken: Das Subjekt wird hierdurch zum Objekt seinerselbst. Es ist also Subjekt und Objekt (der Betrachtung) gleichzeitig. Alle Objekte sind aber durch die Darstellung in den Medien (Sensorien) verzerrt also auch unser Bild von uns selbst!

DAS ICH ALS DU:
Dieses Problem kennzeichnet im Wesentlichen auch die Schwierigkeiten mit trans-disziplinärem Design von Corporate Identity. Jeder Betrachter erhält ein notwendigerweise verzerrtes Bild von sich und von den Anderen.
Trotzdem ist es wichtig, konkrete Entscheidungen zu fällen, selbst wenn jede einzelne auch falsch sein kann ... (was wiederum objektive Wahrheit voraussetzt oder zumindest impliziert).
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Eine kleine Auswahl von Personen, die sich mit dem von uns entwickelten Erscheinungsbild hervorragend identifizieren konnten
- und können.
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Die Entwicklung eines Logos und Corporate Designs ist (fast) nie in einem Schritt vollendet (wie sich das romantische Künster-Genie das vorstellt), sondern wird in produktivem Dialog entwickelt.
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