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WEM NÜTZT EINE INTRA-, INTER- UND TRANS DISZIPLINÄRE SICHT VON IDENTITÄT?
Die gängigen Theorien zu Corporate Identity sind eigentlich
gar keine!
Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen verschiedener Fachdisziplinen zu einzelnen Teil-Problemen der Corporate Identiy (CI). Einen systematischen, wissenschaftlichen Ansatz, der CI in sämtlichen Dimensionen deduktiv zugänglich macht, ist bisher nicht zu finden.

EMPIRISCHER ANSATZ
Induktives Bemühen zu gültigen Aussagen zu kommen, ist lokal zu finden: So wird z.B. statistisch er-hoben, welchen Effekt die subjektive Verbundenheit zu einem Unternehmen auf die Anzahl von Krankheitstagen, die Reklamations-Zahlen oder die Ausschuss-Quote hat. Integrierende, globale Modelle fehlen aber.

SYSTEMTHEORIE
Eine allgemeine Theorie sozialer Systeme hat Niklas Luhmann (1984) vorgelegt. Diese stellt präzise Begriffe für die qualitative Beschreibung jedweder sozialer Systeme (Organisationen und Gesellschaften) zur Verfügung. Quantitative Ansätze sind damit jedoch nur schwer zu realisieren.

SEMIOTISCHER ANSATZ
Kroehl (2000) lehnt sich in seinem „Praktiker-Modell” zwar begrifflich an die Semiotik an, baut es aber nicht konsequent aus dieser Perspektive auf.

»In der Praxis, so wie sie auch in der Definition von Birkigt/Stadler/Funck zum Audruck kommt, wird tatsächlich meistens der Versuch gemacht, Corporate Identity unter rein strategisch/operativen Gesichtspunkten zu entwickeln.«
Kroehl, Heinz (2000): „Corporate Identity als Erfolgsfaktor im 21. Jahrhundert”. München: Vahlen.
Birkigt, Klaus; Stadler, Marinus & Funck, Hans Joachim (Hrsg.) (1993): „Corporate Identity. Grundlagen. Funktionen. Fallbeispiele” 6. Auflage. Landsberg/Lech: mi-Verlag Moderne Industrie. (1. Auflage 1980).
»An folgenden Fragen kann sich die Entwicklung von Selbstverständnis und Unternehmensidentität orientieren:
Wie sehen wir uns?
Wie werden wir von anderen gesehen?
Wie würden wir uns gern sehen?
Wie wollen wir von den Anderen gesehen werden?
Wie würden die Anderen uns gern sehen?«
Herbst, Dieter (1998): „Corporate Identity”. Berlin: Cornelsen.
Luhmann, Niklas (1984): „Soziale Systeme”. Frankfurt: Suhrkamp.
Apoplekt, Institut für angewandte Systemsemiotik und Kommunikations-Design